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Diessener Töpfermarkt

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Herzlich willkommen beim

DIESSENER TÖPFERMARKT 2012

 

In jedem Jahr zu Christi Himmelfahrt eröffnet in der oberbayrischen  Marktgemeinde Diessen am Ammersee der Diessener Töpfermarkt. Entlang des Seeufers zeigen 160 Töpfer aus Europa einen Querschnitt des zeitgenössischen keramischen Schaffens. Freuen Sie sich auf erlebnisreiche Tage bei Europas großem Keramiker-Festival und genießen Sie die Marktgemeinde Diessen am Ammersee mit ihrem reichen Kunst- und Kulturschaffen

 

 

von Christi Himmelfahrt

Donnerstag, 17. Mai bis Sonntag, 20. Mai 2012

täglich von 10 bis 18 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SEEHOFER BESUCHT TÖPFERMARKT

Bayerns Ministerpräsident erstmals beim Keramikfestival am See - Keramisches Bestiarium – Bread Head-Performance

 

 

DIESSEN am AMMERSEE – Erstmals besucht ein Ministerpräsident den Diessener Töpfermarkt: Horst Seehofer in Begleitung seiner Frau Karin Seehofer kommt am Eröffnungstag, Christi Himmelfahrt, 17. Mai in die Diessener Seeanlagen, weil ihn das internationale Töpferfestival interessiert und er sich vor Ort über die Vielfalt des keramischen Schaffens informieren möchte, die den Diessener Töpfermarkt zu einem der berühmten in Europa gemacht hat. Der Ministerpräsident trifft um16 Uhr ein, um mit Bürgermeister Herbert Kirsch und Marktleiter Wolfgang Lösche zu sprechen. Gegen 16.45 Uhr hält er auf dem zentralen Platz  zwischen Dampfersteg und Pavillon der Arbeitsgemeinschaft Diessener Kunst eine Ansprache, wo er auf die 12-Länder-Beteiligung der Diessener Großveranstaltung eingeht und das Töpferhandwerk würdigt. Danach ist die Begegnung mit Töpfern vorgesehen, die für ihr Schaffen bekannt sind und international besonderen Ruf genießen. Dazu gehören unter anderem auch Peter Beard aus England, Nikos Kavgalakis aus Kreta, Professor Kap Sun Hwang aus Korea.

 

Neben der Botschaft, dass Ministerpräsident Seehofer mit seiner Frau Karin, die ja über ihre Kontakte zum SOS Kinderdorf Ammersee immer wieder nach Diessen kommt und die Marktgemeinde in ihr Herz geschlossen hat, den Markt besucht, gibt es heuer natürlich wieder eine Menge Neues zu entdecken. Das interessiert vor allem auch die Stammgäste, die Jahr für Jahr dem Markt entgegenfiebern und schon im Vorfeld Informationen sammeln über neue Entwicklungen, über Trends und Aktualitäten.

 

In diesem Jahr hat die Jury 12 neue Werkstätten ausgewählt, die – so Marktleiter Wolfgang Lösche – „den Markt nicht nur bereichern, sondern auch erheblich verjüngen und mit innovativem Schaffen neue Akzente setzen.“ Dies sei überaus erfreulich, weil es dem Töpferhandwerk Zukunft signalisiert. Die Jury war bemüht, neue keramische Gruppen auszuwählen, die das Marktangebot entweder bereichern oder abrunden, dazu gehören Erik du Chatenier (Frankreich, Stand 93), Niek Hoogland (Holland, Stand 170), Heidi Kippenberg (154), Christine Kleeberg (24), Thomas Löbner-Buchmann (159), Patrick Rollet (Frankreich, 100), Martin Schlotz (8), Franziska Schmidt-Burgk (10),  Birgitta Schrader (22), Sabine Stenert (Frankreich,112) und Fabrizio Tranquilli Fabrizio (Italien, 106).

 

TIERE UND NOCHMAL VIECHER

Mit dem „Keramischen Bestiarium“ präsentiert der Diessener Töpfermarkt ein tierisch gutes extra Thema. Die Werkstätten sind aufgefordert, zum Thema „Tiere“ neue Varianten zu zeigen. „Viechereien aus und auf Ton“ gehören seit jeher zum keramischen Schaffen. Einmal sind Tierdarstellungen - sowohl gemalt als auch geritzt - als Dekoration überaus beliebt, aber auch Skulpturen sind im gestalterischen Bereich eine Spielwiese von realistisch bis skurril. Die Töpfer Ülle Sink und Aare Freimann aus Estland gehören zu jenen, die Tiere zu einem bestialisch interessanten Thema machen, und Monika Drescher-Linke aus Jandelsbrunn ist bekannt für ihre originellen und witzigen Gestalten aus dem Tierreich. Tiere sind auch im zentralen Ausstellungsbereich tonangebend – als erste Information für Marktbesucher.

 

PERFORMANCE MIT BROT

Für die Kunstaktion auf dem Töpfermarkt sind Valentin Manz und Christine Cynn verantwortlich. Sie backen Brot in Formen aus Tonköpfen. „Bread Head“ heißt die Performance, die in London bereits mehrfach stattfand und jetzt für Deutschland auf dem Diessener Töpfermarkt Premiere feiert. „Die Aktion“, sagt Manz, „macht die Produktion von Brot zur Performance. Die Öffentlichkeit ist nicht nur zum Zuschauen eingeladen, sondern kann auch erleben wie sich der Teig unter ihren Händen verwandelt.“ „Bread Head“ stellt die Idee des unantastbaren Kunst-Objektes, das in Museen, Firmen-Lobbys oder Villen gehört, in Frage. Außerdem gibt es ein Kinozelt, in dem die Bread Head-Künstlerin, Harvard-Absolventin und Dokumentarfilmerin Christine Cynn über experimentelles Arbeiten von Valentin Manz berichtet.

 

KALKSPATZ FEIERT

Auch der kalkspatz e. V. rückt heuer in den Blickpunkt. Der Verein, dem 500 Töpfer in Deutschland angehören, ist berufsständische Vertretung und Fortbildungsorgan zugleich. Das ganze Jahr über gibt es ein umfangreiches Programm für Töpfer und vor allem auch ein therapeutisches Programm für Kinder, die beim Arbeiten mit Ton in der Persönlichkeitsentwicklung weiterkommen. Der Kalkspatz ist vor 25 Jahren in Diessen gegründet worden. Aus diesem Grund gibt es eine besondere Beziehung zum Töpfermarkt: Anstatt fortzubilden, wird in Diessen gekocht. Die Kalkspatzen betreuen das Versorgungszelt für die Töpfer und tragen dazu bei, das Leben und den Aufenthalt der 150 Keramiker am Markt erheblich zu erleichtern. Heuer wird natürlich der runde Geburtstag gefeiert. Am Freitagabend, nach Marktschluss.

 

Der Diessener Keramikweg ist für 2012 erweitert worden bis zum Keramik Kabinett Diessen an der Rotter Straße. Hier stand einst die Wiege des Töpfermarktes bei Arthur und Irmgard Sudau, und zwar so lange, bis er vor 12 Jahren in die Seeanlagen verlegt wurde. Der Keramikweg führt zu den Ausstellungen, die mit dem Markt verknüpft sind und er führt von Ost nach West durch die historische Marktgemeinde. Unter anderem zum Taubenturm, wo keramische Funde aus Ramsee, Andechs und Diessen zu sehen sind. Die 65 Arbeiten, die sich um den Diessener Keramikpreis bewerben, sind im Traidtcasten des Kirchenzentrums ausgestellt.

 

Für die Gäste, die aus allen Landesteilen anreisen hat die Marktgemeinde als Veranstalterin wieder alle Register gezogen, um den Aufenthalt und vor allem die Anreisequalität zu optimieren. Ausreichend Parkplätze gibt es bei Bierdorf für den Verkehr aus Richtung  Autobahn München – Lindau. Von hier aus wird bequem mit dem kostenlosen Shuttlebus weitergefahren – direkt zum Markt. Shuttlebusse fahren auch ab dem Wasserfall in der Fischerei bis hinauf zum Kirchenzentrum, wo einige Stationen des Diessener Keramikwegs auch höchst interessant sind und den Besuch lohnen. Attraktive Anreise erfolgt über die S-Bahn München – Herrsching. Gleich beim Herrschinger Bahnhof ist die Anlegestelle der Ammersee-Dampfer, die während des Töpfermarktes ebenfalls von 10 bis 18 Uhr laufend im Einsatz sind. Wer mit der Ammerseebahn reist, nutzt die Verbindung Augsburg – Weilheim. In Diessen befindet sich der Bahnhof in Sichtweite des Marktgeländes.     Beate Bentele.

 

DER ORT DES GUTEN TONS

In Diessen am Ammersee ist die Keramik zuhause

DIESSEN am AMMERSEE | In der Marktgemeinde Diessen am Ammersee ist die Keramik zu Hause. Seit dem Mittelalter. Viele fragen sich warum. Die Antwort ist ganz einfach: Große Tonlagerstätten auf den Diessener Fluren begünstigten die Entwicklung des Hafner- und Zieglerhandwerks. Im 14. Jahrhundert gab es bereits Ziegeleien, was Flurnamen wie Ziegelstadel, Ziegelwiese und Ziegelboden beweisen. Sie erinnern noch heute an dieses Handwerk, das den Bedarf an Dachziegeln, Dachreitern, Ziegelsteinen, keramischen Bodenplatten und Geschirr deckte.

 
Dass die Töpferei blühte, hängt aber auch mit der sozialgeschichtlichen Entwicklung des Ortes zusammen, in dem die Landwirtschaft untergeordnet war, stattdessen Handel und Handwerk die Struktur bestimmten. Größter Auftraggeber war das Kloster, außerdem wurden die Diessener Waren im ganzen Pfaffenwinkel und darüber hinaus verhandelt. Die Bevölkerung in Diessen war zu keiner Zeit eine rein bäuerliche und daher nicht vergleichbar mit Orten in der Nachbarschaft.

 

Schon im 11. und 12. Jahrhundert hatte Diessen den Status einer Kleinstadt und war damals bedeutender als die heutigen Kreisstädte Weilheim und Landsberg/Lech. In der Nachfolge der Grafen von Diessen und Andechs, prägte das große Augustiner Chorherrenstift den Ort am Ammersee. Die geistlichen Herren betrieben eine Siedlungspolitik, die auf das Gewerbe setzte. Handwerker gestalteten den Ort und das Kloster gab ihnen Brot und Arbeit. Das Kloster mit seinem Repräsentationsbedürfnis war größter Auftraggeber für Kachelöfen und dekorative Objekte, was durch Rechnungen und Briefprotokolle nachgewiesen ist. In diesen Protokollen ist genau festgehalten, wie Ökonomie- und Klostergebäude ausgestattet wurden und wie viele Gulden die Hafner dafür bekommen hatten.

 

„Plab und weiss Geschirr“

Im Verhältnis zu Holz verarbeitenden Handwerkern oder zu Bäckern, Metzgern und Schustern, die den alltäglichen Bedarf deckten, war die Zahl der Hafner für die damals 200 Häuser in Diessen überproportional hoch. Sie stellten wesentlich mehr Tonwaren her, als für die örtliche Versorgung nötig waren. Die bisher älteste Urkunde stammt aus 1631. Sie besagt, dass die drei ansässigen Hafner sich nur ernähren können, weil sie "plab und weiß Geschirr" in ferne Städte verhandeln.

 

Auch die Ausstattung der Kloster-Apotheken in der Region, die von den oberbayerischen Seen bis in die Alpen reichte, bescherte den Töpfern eine Menge Arbeit. Salbengefäße, Schalen, Krüge und spezielle Geschirre bildeten die Basis für Verdienstmöglichkeiten im Pfaffenwinkel, wo es damals mehr Klöster auf kleinem Raum gab, als anderswo. Dabei haben sich die Diessener auf die handwerkliche Fayence-Herstellung spezialisiert. Begünstigt durch weiß deckende, gute Tone, die sich für die weißen Glasuren eigneten, die - mit blauen Symbolen und Dekoren bemalt - als „Diessener plab und weiß" in die Geschichte eingingen, florierte der Handel prächtig.

 

So kommt es gegen Ende des 17. Jahrhund erst zu einem Zuwachs auf acht Anwesen in denen Hafnergeschirr hergestellt wurde. In Diessen gab es zu dieser Zeit 328 Häuser. In einer Schilderung von Michael Wening, zu Beginn des 18. Jahrhunderts findet sich folgende Bemerkung: “Man macht auch diß Orths vil schönes weisses Hafner-Geschirr, so weit und brait verhandelt wird." Daraus lässt sich schließen, dass die Fayencen, die in Diessen produziert wurden, wohl hauptsächlich für den Verkauf nach auswärts bestimmt waren.

 

Für den täglichen Gebrauch stellten die Hafner bis ins 19. Jahrhundert Irdengeschirr her. Davon wurde in jedem Haushalt viel verbraucht zum Essen und Trinken, für Milchverarbeitung, Vorratshaltung und vieles mehr. Hier sind die Tone der Region von größter Bedeutung gewesen, denn Glas war für die Bevölkerung zu teuer. So hat sich das Handwerk der Hafner fest etabliert. Einen Höhepunkt gab es dann noch in den 1920-er Jahren, heute produzieren zehn Werkstätten am Ort. (Siehe nachstehende Liste)                                    

 Beate Bentele.

 

Keramik-Werkstätten in Diessen


Frigga Dettmer Tiefenbachstaße 8 T 08807.7273 
Cornelia Goossens Wengen 17 T 08807.1773 
Franz und Ines Höfle Herrenstraße 15 T 08807.928412 
Stefan Huber von-Eichendorff-Str. 33 T 08807.2759250 
Hudler-Keramik Maria-Hilf-Straße 6 T 08807.384 
Dagmar Larasser  Am Kirchsteig 21  T 08807.5282 
Keramik-Lösche Am Kirchsteig 19  T 08807.1877 
Christoph Möller Am Kirchsteig 24  T 08807.91385 
Sabine Wahl Am Kirchsteig 22a T 08807.946360 
Seelos-Rottka Buzallee 29 T 08807.7577 

 

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